Rund ums Pferd; Veranstaltung mit Fredy Knie Junior

11.02.2010 09:46 von Kenneth Kronenberg

Knie

 

Rapperswil – Am letzen Samstag, dem 6. Februar 2010 fand der Anlass "Rund ums Pferd" zum ersten Mal statt (am 13.2. folgt die zweite Durchführung). Fredy Knie jun. verwandelt die Reithalle in ein lehrreiches Schulungscenter. Er erklärt das Pferde-ABC bis hin zur Vollendung einer atemberaubender Zirkusnummer. Die Stallungen des Winterquartiers dürfen besichtigt werden und am Nachmittag erwartet die Teilnehmer/innen ein spannender Theorieteil mit den hochkarätigen Gastreferenten Prof. Ewald Isenbügel und Andreas Kurtz.

 

Vormittag

Fredy Knie jun. veranschaulicht, wie er das Vertrauen und die Kommunikation zu jedem einzelnen seiner Pferde aufbaut und weiterentwickelt. Geraldine Knie und ihr Mann sowie etwa ein Dutzend Angestellte unterstützen ihn, während er mit Pferden aller Rassen und Altersstufen arbeitet und seine Arbeit live kommentiert. Es ist fast unmöglich für Fredy Knie, soviel Pferdewissen in so kurzer Zeit weiterzugeben, doch man versteht als Zuschauer schnell, dass dies ein respektvolles Zusammenspiel zwischen Forderungen an die Pferde und deren individuellen Fähigkeiten ist. Zwischendurch dürfen die Teilnehmer/innen immer wieder Fragen stellen, die Fredy Knie jun. alle beantwortet.

 

Es ist faszinierend und beinahe unglaublich zu sehen, wie so viele Hengste gleichzeitig in der Manege ihre Arbeit verrichten und jeder einzelne zu jeder Zeit von Knie nur auf ein Zeichen und Wort hin sich um die eigene Achse dreht (Walze), steigend vorwärts – und auch rückwärts – auf der Hinterhand durch die Manege geht, die Position wechselt von Hintereinander zu Zweien, zu Dreien oder auch zu Sechsen. Und sie alle kann er zu jedem Zeitpunkt in die Mitte zu sich herrufen. Einer der Höhepunkte ist die Vorführung des Karusells (eine Nummer des letztjährigen Programms), wo 18 Pferde auf verschiedenen Hufschlägen gegeneinander auf der Volte laufen, wobei die Friesen zwischen den äusseren und den inneren Pferden durch in die entgegengesetzte Richtung gehen. Ein weiteres Highlight des Morgens ist (für mich) die Vorschau auf eine Nummer des neuen Programms, wo die Pferde ebenfalls gegeneinander laufen und auf das Zeichnen von Fredy Knie hin zu zweit eine Walze drehen, parallel nebeneinander, aber in entgegengesetzter Richtung stehend. Da dies sechs Pferdepaare gleichzeitig machen, sieht es aus wie ein wundervolles Ballett.

 

Anschliessend führt Fredy Knie jun. und Andreas Kurtz, der das Konzept des neuen Winterquartiers der Knie-Pferde entworfen hat, durch die Stallungen. Das Konzept beinhaltet Aussen-Auslauf, Sozialkontakte und Rückzugsmöglichkeiten – auch wenn es sich nicht um einen Freilaufstall handelt. Zur Anwendung kommt ein spezielles System von "Raumteilern", wobei die eine Hälfte aus vertikalen Stangen und die andere Hälfte aus einer undurchsichtigen Holzwand besteht. Vertikale Gitterstäbe erlauben es den Pferden, Sozialkontakte zu pflegen ohne dass ein Verletzungsrisiko wegen Rangkämpfen besteht. Die undurchsichtige Wand hingegen soll den Tieren die Möglichkeit bieten, sich zurückzuziehen und den Sichtkontakt zu verhindern. In allen Rand-Boxen wurden die Aussenwände durchbrochen und dadurch Auslaufboxen geschaffen. Damit alle Hengste ihren Auslauf bekommen, gibt es eine Rotation in der Boxenbelegung. Gemäss Andreas Kurtz sind die Pferde nach kurzer Eingewöhnungsphase ruhiger und zufriedener geworden.

 

Nachmittag

Nach einem gemeinsamen Essen im SEEDAMM PLAZA folgt unter der Leitung von Fredy Knie der Theorieteil in Form einer Podiumsveranstaltung. Der erste Referent, Prof. Ewald Isenbügel, führt durch die Geschichte der Entstehung der ersten Equiden bis hin zum heutigen domestizierten Hauspferd. Viele Bilder untermahlen seine eindrücklichen und zum Teil grausamen Erfahrungen im Bezug auf Pferdehaltung rund um den Globus. Das Referat ist äusserst spannend und lehrreich. Im zweiten Referat von Andreas Kurtz wird detailliert auf die Stallhaltung und deren Optimierungsmöglichkeiten zum Wohl der Pferde eingegangen. Anschliessend haben alle Teilnehmer nochmals die Gelegenheit Fragen zu stellen.

 

Infos und Kosten

Jeder Kursteilnehmer hat zu Beginn eine Tragtasche mit sehr vielen schriftlichen Informationen erhalten, wo man einiges nochmals nachlesen kann. Vieles des Gehörten sind aber persönliche Informationen und Erfahrungen der Referenten und Fredy Knie jun., die nirgends geschrieben stehen. Zusätzlich bekommt jeder Teilnehmer die DVD von NZZ Format über die Arbeit mit Zirkustieren und ausserdem einen Backstagepass, mit dem während der ganzen Zirkus-Tournée 2010 freien Eintritt in den Zirkuszoo und zu den Proben gewährt wird. Für einen solch eindrücklichen und wundervollen Tag hat sich jeder einzelne der 300 Franken Kurskosten gelohnt.

 

Wer sich noch – kurz entschlossen – für den 13. Februar 2010 anmelden will, hat vielleicht Glück. Mit einen Augenzwinkern sagte Herr Knie nämlich: "Die Anmeldefrist für den 13. Februar läuft offiziell bis am Dienstag 8. Februar. Aber wir nehmen die Anmeldung vermutlich auch noch am Mittwoch an". Einige Plätze waren zum Zeitpunkt des ersten Samstags noch frei.

 

 

Aufgrund des äusserst positiven Feedbacks der ersten Veranstaltung dürfen wir hoffen, dass es 2011 erneut heisst: "Rund ums Pferd" mit Fredy Knie junior. (kk)

 

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