Haupt- und Landesgestüt Brandenburg unter Quarantäne
25.01.2010 13:06 von Kenneth Kronenberg
Kulmbach – Der Ausbruch der Pferdeseuche "Equine Infektiöse Anämie" (EIA) sorgt seit Wochen international für Schlagzeilen (pferdeweb.ch berichtete). Nun stehen 200 Pferde das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt unter Quarantäne und ein grosses Turnier gilt als gefährdet. Dazu kam es, weil eine Reit-Internat-Schülerin aus Klumbach trotz Seuchenverdacht ihr Pferd ins Gestüt mitnahm.
Nachdem im Seidenhofer Reitstall, aus welchem das Mädchen mit ihrem Pferd kam, der Seuchenfall bestätigt wurde (ein Pferd musste eingeschläfert werden), gilt nun für rund 200 Pferde des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt eine 60-tägige Quarantäne. Das bedeutet, von den 200 Pferden darf keines den Stall verlassen und es dürfen keine neuen Pferde in diesem Bereich des Stalls aufgenommen werden. Laut Landstallmeister Dr. Müller sind die Hengststallungen glücklicherweise nicht betroffen, denn jetzt beginnt die Decksaison.
Doch noch nicht genug: Am 30. Januar soll in Neustadt/Dosse ein grosses internationales Springturnier stattfinden. Weil eine Ansteckungsgefahr ziemlich gering eingeschätzt wird, hat der zuständige Amtstierarzt in Brandenburg das Turnier genehmigt. Das Gestüt hat inzwischen sogar Zäune errichtet, um die unter Beobachtung stehenden Pferde garantiert abzusondern von den hochkarätigen und wertvollen Springpferden, die ab der kommenden Woche erwartet werden. "Auch wenn wir alles für die Sicherheit der Tiere getan haben und eine mögliche Gefahr äusserst gering ist, kann ich mir schon vorstellen, dass einige Reiter ihre Teilnahme nun absagen", bedauert der Landstallmeister.
Der Pferdebestand in Seidenhof war noch nicht offiziell gesperrt, als das junge Mädchen mit seinem Pferd nach Brandenburg reiste. Dies bestätigt der Kulmbacher Amtstierarzt. Die junge Reiterhin hätte jedoch gewusst, was anstehen würde, so seine Aussage. Einen Tag bevor in Seidenhof am 4. Januar die ersten Blutproben genommen wurden, sei sie trotz Warnungen des Stallbesitzers abgereist.
Aufgrund des positiven Befundes bei einem der Seidenhofer Pferde hat das Veterinäramt Kulmbach seine Untersuchungen abermals ausgeweitet. Fünf weitere Betriebe mit über 40 Pferden wurden getestet. Die Resultate werden anfangs dieser Woche erwartet.
Ebenfalls gespannt sein dürften auch die Pferdebesitzer aus Neufang bei Klumbach. In ihrem Stall war die Seuche zu Jahresende zuerst aufgetreten. Auch bei ihren Pferden wurden neue Proben gezogen. Sollte diese negativ ausfallen und ebenso eine weitere Probe in vier Wochen, kann die Sperre des Neufanger Stalls Ende Februar aufgehoben werden.
