Thermografie: Eine Methode mit Zukunft

Thermografie

Von Kenneth KronenbergWie oft wären Pferdebesitzer froh, wenn ihnen jemand sagen könnte, wo ihr Pferd Schmerzen hat, wo sich ein Entzündungsherd befindet oder wo der Grund für eine Lahmheit liegt. Abhilfe schafft eine viel versprechende Methode: die Thermografiediagnostik.

Bisher war es nur möglich, durch klassische Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder  Zyntigrafie Bildmaterial für eine Diagnose zu erhalten. All diese Verfahren belasten das Pferd durch Strahlungen und sind - allen voran die Zyntigrafie - sehr kostenintensiv. Nicht zu unterschätzen ist auch der Stressfaktor für das Pferd, denn die Untersuchung muss in einer Tierklinik stattfinden, meist unter Verwendung von Beruhigungs- und Kontrastmitteln. Anders ist das bei der Thermografie: Sie ist für das Pferd völlig stressfrei, weil die Untersuchung im Stall durchgeführt werden kann, und zwar ohne das Pferd zu berühren oder zu sedieren. Zudem ist die Thermografie eine verhältnismässig günstige Methode.

Was ist Thermografie?

Die Thermografie ist ein berührungsloses Messverfahren, bei dem man die Oberflächentemperatur eines Objektes, in unserem Fall eines Pferdes, messen kann. Dieses Verfahren ist strahlenfrei, und somit schonend und stressfrei für das Tier. Die Thermografie findet ihren Ursprung im Militär. Am bekanntesten sind Helikopter-Suchaktionen, wo verschollene und vermisste Menschen mittels Restwärme gesucht werden. Von der Armee gelangte die Thermografie zur Human-Medizin. Anfänglich wurden damit vor allem Brustkrebs-Analysen bei Frauen durchgeführt. Ebenfalls nutzt die Baubranche das Verfahren. Ganz aktuell ist zurzeit die Gebäudethermografie um festzustellen, wo bei einem Gebäude Energie durch ungenügende Isolierung verloren geht. Schlussendlich hat die Thermografie auch in der Veterinär-Medizin Einzug gehalten.

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Thermografiediagnostik am Pferd

Die Funktionsweise der Thermografiediagnostik

Vereinfacht gesagt hat jeder Körper eines Lebewesens Gefäss-Strukturen, darin enthalten sind die Blutbahnen. Das Blut gibt Wärme weiter, die an die Oberfläche projiziert wird. Über diese Wärme kann man lokalisieren, wo der Durchlass nicht ideal oder gar blockiert ist. In diesem Fall wird der Bereich warm, es gibt eine Entzündung. Für die Durchführung einer Thermografie wird eine spezielle "Thermografie-Kamera" (Wärmebildkamera) benötigt. Diese macht keine Foto- oder Filmaufnahmen wie wir sie von normalen Kameras kennen. Das Bild entsteht durch feinste Temperaturunterschiede, welche die Wärmebildkamera misst. Bei der Thermofotografie wird die von einem Köper ausgehende Infrarot-Strahlung mit Hilfe der Wärmebildkamera aufgezeichnet und auf einem Monitor sichtbar gemacht. Jede Farbe im Bild entspricht einem anderen Temperaturwert. Eine gute Thermografie-Kamera kann sowohl Momentaufnahmen (Foto) als auch bewegte Bilder (Video) erstellen.

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Die Arbeit mit der Thermografie-Kamera erfordert höchste Konzentration.

Möglichkeiten und Grenzen der Thermografiediagnostik

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Nur Geduld nötig. Das Verfahren ist absolut stressfrei.

Durch Thermografie können Verspannungen, Entzündungen, Geschwüre und Abszesse (z.B. in den Hufen), Hufrehe bereits in sehr frühen Stadien, Pilze und alle oberflächlichen Erkrankungen sichtbar gemacht werden. An ihre Grenzen stösst die Thermografie bei der Diagnosenstellung: Zwar kann man exakt lokalisieren, wo sich ein Problem befindet, aber es kann keine klare Aussage gemacht werden, worum
es sich definitiv handelt. Physikalisch stösst die Thermografie bei Tiere mit langem Haarkleid an ihre Grenzen. Durch die gute Wärmedämmung eines langen und dichten Felles ergeben sich technische Probleme. Diese  Rassen  können nur mit geschorenem Fell thermografiert werden.

Thermografie versus Zyntigrafie

Thermografie und Zyntigrafie haben nur eine Gemeinsamkeit, nämlich die Farben der Bilder. Bei beiden Verfahren sehen die resultierenden Bilder ähnlich bunt aus. Ansonsten können die beiden Verfahren nicht miteinander verglichen werden. Bei der Zyntigrafie wird der ganze Körper durchleuchtet, das heisst, es wird viel "tiefer" untersucht. Der Vorteil ist, dass man bis auf die Knochen und Organe sehen kann. Bei der Thermografie wird die Oberflächen-Temperatur gemessen und daraus werden Rückschlüsse gezogen. Ein wesentlicher Unterschied besteht in der Art und Weise der Untersuchung. Eine Zyntigrafie kann nur in einem Tierspital (in der Schweiz in Bern und Lenzburg) durchgeführt werden, das über die notwendigen Apparaturen verfügt. Auch muss ein Pferd rund 24 Stunden vorher ruhig gestellt werden, und es wird ihm ein Kontrastmittel injiziert. Beim Untersuch selbst ist das Pferd in Vollnarkose. Der Besitzer ist nicht dabei. Eine Thermografie kann an jedem beliebigen Ort (ohne direkte Sonneneinstrahlung) durchgeführt werden, und der Besitzer ist immer dabei. Ein anderer wesentlicher Unterschied: Eine Zyntigrafie kostet rund 2000 Franken, eine Thermografie lediglich 185 Franken.

 

Thermografie versus Röntgen

Ähnlich wie die Zyntigrafie ist auch das Röntgen ein strahlenintensives Verfahren. Extremitäten können im Stehen geröntgt werden, doch meist nur unter Verwendung von Sedativum. Andere Körperteile wie z.B. Hüften müssen unter Vollnarkose geröntgt werden. Auf dem Röntgenbild sieht man einerseits alles, was mit dem Skelett zu tun hat, andererseits können auch Organe abgebildet werden. Das ist mit der Thermografie nicht möglich. Entzündungen, Verspannungen usw. können hingegen auf einem Röntgenbild nur schwer bzw. gar nicht ausgemacht werden. Bei der Thermografie werden diese wiederum sichtbar.

 

Weitere Einsatzgebiete und Anwendungsmöglichkeiten bei Pferden

Stichwort Doping-Kontrolle

Bei internationalen Pferdeanlässen wird  teilweise bereits heute die Thermografie eingesetzt, um vorgängig dopingverdächtige Pferde zu selektieren. Punktierungen, also Einstichstellen von Injektionen, werden ebenso sichtbar gemacht wie oberflächlich aufgetragene Substanzen. Ob es sich tatsächlich um ein Doping-Vergehen handelt oder nur um eine Impfung – das herauszufinden ist dann Sache des Veterinärs. Durch eine Thermografieuntersuchung kann nicht ausgesagt werden, was gespritzt oder aufgetragen wurde, sondern nur wo. Solche Injektionsstellen bleiben dank dem Thermografieverfahren bis zu einer Woche sichtbar, nämlich bis die Verletzung und die anschliessende Vernarbung des Gewebes abgeheilt ist. Der Thermograf arbeitet in diesem Bereich Hand in Hand mit dem Tierarzt. Dieser kann so gezielter vorgehen und allfällige Dopingkontrollen durch Blutanalyse vornehmen.

Training von Sportpferden

Ein ausgebildeter Thermograf kann an anhand von Thermografie-Aufnahmen erkennen, ob er ein Freizeit-, Sportpferd oder Hochleistungspferd vor sich hat. Das ist möglich, weil die gesamte Gefäss-Struktur sichtbar wird. Im "warmen" Zustand,  während dem Training, erscheint beispielsweise bei Hochleistungspferden (wie Galopper) im Thermografie-Bild ein so genanntes Leoparden-Muster. Wenn das Training eines Pferdes - unabhängig der Sportart - regelmässig mit einer Thermografie-Kamera überwacht wird, kann der Ausbilder gezielt Trainingsmängel ausgleichen, weil er sieht, welche Muskelpartien gut arbeiten und welche noch zu wenig beansprucht werden. In Bewegungsbildern (Videoaufnahmen) ist ausserdem ersichtlich, wie schnell sich das Pferd aufwärmt und ob es alle Beine gleich stark belastet (ein weniger belastetes Bein wird weniger durchblutet und somit weniger erwärmt).  Durch eine regelmässige Überwachung des Trainings wird der Fortschritt und der damit verbundene Trainings-Erfolg visuell erfasst und das Training kann jederzeit optimiert werden.

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Vergleich: oben Freizeitpferd, unten links ein Amateur-Sportpferd, unten rechts ein Distanzreitpferd. Das Leopardenmuster ist beim Sport- und Distanzpferd deutlich zu sehen, beim trainierten Rennpferd fast am ganzen Körper auszumachen. Beim Freizeitpferd kann man dieses Muster ebenfalls partiell ausmachen, aber viel weniger scharf und ausgeprägt.

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Hufstellungsfehler/Huffehlbelastungen

Bei Hufschmieden ist die Thermografie zwar noch nicht weit verbreitet, findet aber immer mehr Anwender. Der Hufschmied kann – nach entsprechender Schulung – erkennen, wie ein Pferd auftritt, ob es die Hufe gleichmässig oder allenfalls einseitig über- oder unterbelastet. Das ist sehr hilfreich bei Stellungskorrekturen. Auch beim lokalisieren von Hufabszessen leistet die Thermografie-Kamera dem Hufschmied wertvolle Dienste.

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Überprüfung und Beurteilung der Passgenauigkeit des Sattels

Mit Hilfe der Thermografie kann man erkennen, ob ein Sattel auf den entsprechenden Pferderücken passt. Denn wo es drückt und reibt, da entsteht Wärme. Der Thermograf kann beurteilen, ob sich diese Erwärmungen im natürlichen Rahmen bewegen. Und wenn nicht, an welcher Stelle der Sattel drückt und vom Sattler angepasst werden muss.

Die Auswertung von Thermografie-Bildern

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S. Robinson mit ihrem Pferd beim Untersuch

Die Bildauswertung von Thermografie-Aufnahmen muss von einem ausgebildeten, erfahrenen Thermografen vorgenommen werden. Zu gross ist das Risiko von Fehlinterpretationen bei Laien. Mittels spezieller Thermografie-Software wird auf dem Computer jedes Bild in verschiedenen Farbmustern analysiert und vom Thermografen beurteilt. Diese Prozedur ist notwendig, da nicht jedes Problem in allen Farbmustern zu erkennen ist. Die Arbeit ist sehr anstrengend und konzentrationsintensiv. Der Thermograf muss die Anatomie der untersuchten Tierart kennen, um interpretieren zu können, ob eine Erwärmung auf eine Anomalie hindeutet. Denn im Gegensatz zur Bauthermografie an fixen Objekten, wo eine Erwärmung automatisch ein Energieverlust bedeutet, ist eine Erwärmung bei Lebewesen nicht zwangsläufig eine Anomalie.

 

Kosten

Eine ganzheitliche Thermografiediagnostik bei einem Pferd kostet bei Gmür und Fava 185 Franken. Darin enthalten sind ca. 80 Thermografie-Bilder, die beim Kunden vor Ort aufgenommen werden sowie die professionelle Auswertung inklusive einem Abschlussbericht mit den Resultaten und den wichtigsten Bildern. Der Arbeitsaufwand hierfür beträgt zusätzlich zwei bis drei Stunden.

 

Philosophie von Thermografiediagnostik für Klein- und Nutztiere

Den beiden Inhabern ist wichtig, dass die Thermografie grundsätzlich als Vorstufe zur Tierarztuntersuchung gesehen wird und diese weder ausschliessen noch ersetzen soll. Ein Musterbeispiel aus der Praxis: Ein Pferd lahmt, die Ursache ist unbekannt. Dank Thermografie kann das Problem meist lokalisiert werden. Im Anschluss kann gezielt geröntgt werden. Ohne vorgängige Thermografie muss der Tierarzt zuerst - meist durch viele unnötige Röntgenaufnahmen, verbunden mit der Betäubung des Beins von unten nach oben - herausfinden, wo sich das Problem befindet. Die zwei Thermografen wollen mit ihrer Arbeit so vielen Tierbesitzern wie möglich helfen und auch jenen unter ihnen eine Diagnosevariante bieten, die weniger zahlungskräftig sind. Finanzielle Interessen stehen nicht im Vordergrund wie die restriktive Preisgestaltung unschwer erkennen lässt.

 

Heutige Situation

Die Thermografiediagnostik ist heute im Tierbereich in der Schweiz noch weitgehend unbekannt. Nicht so in den USA, in Australien oder auch in Deutschland. In diesen Ländern wird dieses Verfahren schon seit ein paar Jahren angewandt. In der Humanmedizin allerdings werden auch in der Schweiz schon seit über zehn Jahren Brustkrebsdiagnosen mittels Thermografieverfahren durchgeführt. Bekannter ist bei uns die Anwendung bei Bauten. Diverse Schweizer Tierärzte haben von dem Verfahren schon gehört, reagieren aber oft skeptisch. Gründe dafür gibt es verschiedene. Einerseits die Angst, dass ihre herkömmlichen Verfahren konkurrenziert werden. Das ist allerdings nicht der Fall, denn die Thermografie soll vielmehr eine Ergänzung zu den altbekannten Verfahren darstellen. Andererseits können Tierärzte ohne entsprechende Weiterbildung die Thermografiebilder nicht mit Sicherheit korrekt interpretieren. Nebst ihrem Kerngeschäft, der Durchführung von Thermografie-Diagnostiken, bietet die Firma Tier-Thermografie.ch entsprechende Workshops für Tierärzte an. Bei der Bevölkerung stösst die Thermografie auf immenses Interesse.



Interview mit Tamara Gmür und Dario Fava von Tier-Thermografie.ch

Wie sind Sie zum ersten Mal mit der Thermografie in Kontakt gekommen?
Dario Fava: Durch unseren körperlich behinderten Hund. Er hatte bereits zwei Schulteroperationen hinter sich und zudem stark ausgeprägte Arthrose. Irgendwann waren wir es leid, dauernd zum Tierarzt zu gehen, um zu röntgen. Tamara hatte nach Alternativen Ausschau gehalten und ist auf einen Bericht über die Thermografie gestossen. Darauf sind wir nach Deutschland gefahren und haben unseren Hund untersuchen lassen- Wir waren vom Resultat begeistert! Die Arthrose in der Zehe zum Beispiel war klar ersichtlich als blaues Muster, was die Kälte aufgrund der schlechten Durchblutung widerspiegelte. Diese Aufnahme ist heute unser Firmen-Logo.

Tamara Gmür: Genau, und wir haben uns auch gesagt, dass es noch sehr viele andere Menschen gibt, die ihre Tiere lieben und denen mit dieser Methode geholfen werden könnte. Zudem gab es zu jenem Zeitpunkt kein Verfahren, dass strahlenfrei arbeitete und uns somit nicht in irgend einer Weise gesundheitsschädigend erschien. Ausserdem ist eine Thermografie-Untersuchung für fast alle Leute erschwinglich.

An wen richtet sich das Angebot Ihrer Firma?

Tamara Gmür: An alle Tierbesitzer, die offen dafür sind.

Wie reagieren Leute, die zum ersten Mal mit Tier-Thermografie konfrontiert werden?
Dario Fava: Die meisten Personen, die direkt oder indirekt mit dem Thema in Kontakt kommen, reagieren positiv und würden Thermografie weiterempfehlen.

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Tamara Gmür und Dario Fava bei der Arbeit.

Und welches Segment des Reitervolkes zählt vor allem zu Ihrer Kundschaft?
Dario Fava: Hauptsächlich Privatpersonen wie Freizeit- und Western-Reiter nutzen das neue Angebot rege.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen um Thermograf zu werden? Gibt es eine Ausbildung und braucht man eine Vorbildung?

Tamara Gmür: Dieses Jahr wurde zum ersten Mal eine Ausbildung zum Thermografen in Deutschland angeboten. Im Februar 2010 findet die erste Ausbildung in der Schweiz statt, die durch Tier-Thermografie.ch organisiert wird.
Dario Fava: Grundsätzlich ist die Thermografie-Ausbildung für alle möglich. Tier-Thermografie hat einerseits sehr viel mit Physik  zu tun, andererseits muss man die Anatomie der Lebewesen sehr gut kennen.  Somit ist es vorteilhaft, wenn man das eine oder das andere schon kennt. Das ist aber keine Bedingung.

Sie bieten demnächst diese Ausbildung in Ihrem Unternehmen an. Was erreicht man durch diese Ausbildung?

Tamara Gmür: Die von uns angebotene Ausbildung sehen wir als Grundausbildung. Sie dauert zwei Wochen. Danach hat der Teilnehmer das theoretische Wissen, eine Thermografie durchzuführen. Ganz klar zu sagen ist: Gut wird man mit der Erfahrung.
Dario Fava: Nach der Ausbildung kann man sicher nicht gleich losziehen und als Thermograf sein Geld verdienen. Es empfiehlt sich, mittels diverser Studien und an „Testpferden“ Erfahrungen zu sammeln, bevor man gegen Entgelt arbeitet.

Um später als Thermograf arbeiten zu können, braucht man eine Kamera und eine spezielle Software. Auf was muss man achten und was kostet das?

Tamara Gmür: Eine Kamera bekommt man ab ca. CHF 3000. Das ist allerdings die unterste Grenze, nach oben offen. Empfohlene Kameras sind ab ca. CHF 15‘000.– erhältlich.
Dario Fava: Bei den meisten Kameras ist eine Standard-Software dabei, diese ist zum Starten ausreichend.

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Tamara Gmür

Gibt es eine Prognose, ob und wie sich die Thermografie in Zukunft etablieren wird?
Tamara Gmür: Natürlich hoffen wir, dass die Begeisterung für das Verfahren weiter steigen wird und die Thermografie in ein paar Jahren als „ganz normales Verfahren“ angesehen wird.

Was war Ihr persönlicher grösster Erfolg bisher?

Dario Fava: Da gibt es mehrere. Es ist jedes Mal ein Erfolg, wenn wir mit der Thermografie ein Problem lokalisieren können und wissen, dass wir so dem Tierbesitzer helfen konnten. Gerade wenn der Tierarzt im Vorfeld nichts herausgefunden hat.



Interview mit D. Greuter, Pferdebesitzer

Wie haben Sie von dem Thermografie-Diagnostikverfahren erfahren?
D. Greuter: Durch eine Freundin.

Warum lassen Sie Ihr Pferd thermografieren?

D. Greuter: Mein 12-jähriger Holländer-Wallach Kaspar und stürzten vor sechs Wochen auf der Crossstrecke. Die Folge war laut Tierarzt eine angerissene Sehne, die auch behandelt wurde. Nun möchte ich durch die Thermografie den Heilungsverlauf kontrollieren.

Thermografie
Greuter mit Kaspar bei der Thermografie-Untersuchung

Haben Sie bereits Erfahrung mit Thermografie?
D. Greuter: Nein, bisher nicht.

Sind Sie mit der Qualität der Untersuchung und dem Service von Tamara Gmür und Dario Fava zufrieden?

D. Greuter: Ja sehr, auch wenn mein Pferd es ihnen nicht so einfach gemacht hat.

Was erwarten Sie vom Untersuch?
D. Greuter: Herauszufinden, ob noch eine Entzündung vorhanden ist und wie weit der Heilungsprozess am Bein fortgeschritten ist. Hat der Tierarzt etwas übersehen, zum Beispiel im Hals- oder Rückenbereich?

Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?

D. Greuter: Sehr, wenn man bedenkt, dass die Thermografen in den Stall fahren, die Aufnahmen machen, danach noch auswerten und einen Bericht schreiben.

Würden Sie die Thermografie weiterempfehlen?

D. Greuter: Ja, jederzeit. Ich finde, sie ist eine gute Ergänzung oder Alternative zum Tierarzt. Zum Beispiel, wenn er nichts herausgefunden hat oder auch um zu bestimmen, wo geröntgt werden muss.

Thermografie
KASPAR, Ultraschall Nachkontrolle vorne rechts vom 21.8.09
Kaspar
KASPAR, Echt-Aufnahme vorne rechts vom 23.8.09
Kaspar
KASPAR, Thermografie-Aufnahmen Nachkontrolle Vorderbeine 23.8.09

Das rechte Bein ist noch erwärmt, aber auf dem Weg zur Besserung. Die starke Farbdifferenz bei der linken Abbildung kommt auch von der Rasur des Beines, da weniger Fell die Wärme isoliert und das Bild verfälschen kann. Wichtig ist, die Bilder in verschiedenen Farbmustern zu prüfen.

 



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Kenneth Kronenberg (33) arbeitet hauptberuflich als Polygraf, seine Leidenschaft sind aber die Pferde, und ihnen widmet er auch seine ganze Freizeit. Vor allen angetan haben es ihm die Barock-Pferde. Da erstaunt es wenig, dass im gemeinsamen Stall, den er und seine Lebensgefährtin führen, unter anderem auch ein P.R.E. und ein Andalusier sowie ein Friese und ein Knabstrupper zu Hause sind. Seiner Ansicht nach kann man von Pferden nie die Nase voll haben. Der Leitspruch von ihm und seiner Partnerin lautet: "Pferde sprechen, höre ihnen eifach zu!"

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